Skip to main content
Skip to main content
Navigation

ZurückEs gibt mehr als nur eine Brustkrebsart: Der Amoena-Leitfaden

Brustkrebs umfasst zahlreiche unterschiedliche Arten und Ausprägungen. Unser einfacher Leitfaden soll Ihnen helfen, dabei den Überblick zu bewahren.

Es gibt mehr als nur eine Brustkrebsart

Das Wort ‚Brustkrebs‘ beschreibt eine ganze Reihe von Tumoren im Brustbereich. Nachfolgend finden Sie einen einfachen Leitfaden zur Klassifizierung der einzelnen Arten und zu anderen Bezeichnungen, denen Sie im Zusammenhang mit Ihrer Diagnose möglicherweise begegnen.

Brustkrebs entsteht, wenn sich Zellen im Brustbereich verändern und krankhaft zu teilen beginnen. Die Art von Brustkrebs, an der Sie leiden, und die dagegen benötigte Behandlung hängen von zahlreichen Faktoren ab: Vom Bereich der Erstentstehung des Tumors, von seiner Größe, der Art der vorhandenen Krebszellen und davon, ob sich diese bereits in andere Körperbereiche ausgedehnt haben.

Nicht-invasiver Brustkrebs

Ein duktales Karzinom in situ (DCIS) ist eine frühe Form von Brustkrebs, bei der einige Krebszellen in den Milchgängen vorkommen, nicht jedoch im übrigen Brustgewebe. Wird es nicht behandelt, besteht das Risiko, dass das Karzinom invasiv wird. Aus diesem Grund wird gewöhnlich eine Behandlung mittels Operation, Strahlen- sowie Hormontherapie (Tamoxifen) empfohlen. Beinahe alle gegen diese Art von Krebs behandelten Frauen genesen vollständig. Manchmal wird dieses Karzinom auch als Krebsvorstufe oder als intraduktales, nichtinvasives oder präinvasives Karzinom bezeichnet.

Das lobuläre Karzinom in situ (LCIS) gilt trotz seines Namens nicht als Brustkrebs. Dabei verändern sich einige Zellen innerhalb der Läppchen der Brustdrüse. Obwohl es mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht wird, entsteht bei den meisten Frauen mit LCIS kein Brustkrebs. Deshalb wird es für gewöhnlich mithilfe regelmäßiger Untersuchungen und Mammographien behandelt.

Invasiver Brustkrebs 

Der Großteil aller diagnostizierten Brustkrebsarten ist invasiv. Darunter versteht man, dass sich Krebszellen von ihrem Ausgangspunkt auf andere Bereiche ausdehnen und ins Brustgewebe eindringen. Darüber hinaus können sie sich potentiell auch auf weiter entfernte Bereiche wie die Lymphknoten oder den übrigen Körper ausbreiten.

Invasiver duktaler Brustkrebs bezeichnet die häufigste Art invasiver Brustkarzinome (auf die 80% aller Brustkrebsdiagnosen entfallen). Dabei verändern sich Zellen in den Milchgängen der Brust. Manchmal wir er auch als unspezifischer oder nicht näher definierter Brustkrebs bezeichnet.

Beim invasiven lobulären Brustkrebs verändern sich Zellen zunächst in den Läppchen der Brustdrüse. Er kann jederzeit auftreten, wird jedoch am häufigsten bei Frauen im Alter zwischen 45 und 55 Jahren diagnostiziert. Ungefähr 12% aller invasiven Brustkrebsdiagnosen entfallen auf diese Art.

Seltenere Brustkrebsarten

Entzündlicher Brustkrebs wird aufgrund seines Aussehens so genannt – die Haut der Brust ist gerötet, entzündet und geschwollen, was von Krebszellen verursacht wird, die die feinen Lymphgefäße der Haut verstopfen.

Das Paget-Karzinom der Brust tritt meist als ekzemartiger Ausschlag rund um die Brustwarze auf. Es kann zusammen mit DCIS oder invasivem Brustkrebs vorkommen.

Sekundärer/metastasierender Brustkrebs

Sekundärer oder metastasierender Brustkrebs bezeichnet sich von der Brust in andere Körperbereiche wie die Lunge, die Knochen oder das Hirn ausbreitende Krebszellen. Für gewöhnlich nutzen sie dafür die Blutbahn oder das Lymphsystem.

Andere Faktoren 

Bevor Ihre Ärzte den für Sie am besten geeigneten Behandlungsplan vorschlagen, überprüfen sie zunächst, wie groß Ihr Tumor ist, ob er sich bereits auf andere Körperbereiche erstreckt und wie schnell er weiterwachsen könnte. Dies wird häufig als Stadienbestimmung und Grading bezeichnet. Darüber hinaus ermitteln Ihre Ärzte möglicherweise die Arten von Rezeptoren (Proteinen) in den Zellen.

Stadienbestimmung

Das Stadium bezieht sich auf die Größe des Tumors und darauf, ob er sich bereits über den Brustbereich hinaus ausgedehnt hat. Dafür kann eine TNM-Klassifizierung oder eine Stadieneinteilung nach UICC herangezogen werden.

TNM-Klassifizierung: Tumor, Nodus, Metastasen

  • Tumor – Ausdehnung des Tumors?
  • Nodus – hat der Tumor bereits Lymphknoten befallen?
  • Metastasen – hat sich der Tumor bereits in andere Körperbereiche ausgedehnt?

Stadieneinteilung nach UICC

  • Stadium 0 – Wird manchmal verwendet, um nichtinvasive Karzinome wie DCIS zu beschreiben.
  • Stadium 1 – Frühstadium, bei dem das Karzinom sehr klein ist und nur im Brustgewebe oder in Lymphknoten in unmittelbarer Nähe der Brust vorkommt.
  • Stadium 2 – Frühstadium, bei dem das Karzinom entweder in der Brust, den Lymphknoten in der Nähe der Brust oder in beiden vorkommt.
  • Stadium 3 – Der Krebs hat die Lymphknoten, die Haut der Brust oder die Brustwand befallen.
  • Stadium 4 – Der Krebs hat andere Körperbereiche befallen.

Grading

Über das Grading wird entschieden, nachdem die Zellen in einem Labor untersucht wurden und analysiert wurde, wie schnell sie wahrscheinlich wachsen werden.

  • Grad 1 oder langsam wachsendes, gut differenziertes Gewebe
  • Grad 2 oder mäßig differenziertes Gewebe
  • Grad 3 oder schneller wachsendes, schlecht differenziertes Gewebe

Rezeptoren

Unterschiedliche Zellen enthalten verschiedene Arten von Proteinen, die als Rezeptoren bezeichnet werden.
 
HER2 (humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2) ist ein Gen, das HER2-Proteine herstellt. Dabei handelt es sich um Rezeptoren auf Brustzellen, die normalerweise das Wachsen, Teilen und selbstständige Reparieren von Brustzellen unterstützen. In einigen Fällen arbeitet das Gen jedoch nicht fehlerfrei, woraufhin es zu viele Rezeptoren produziert und eine abnormale Zellteilung die Folge ist. Es gibt zahlreiche Behandlungen gegen HER2-positiven Krebs.

Hormonrezeptoren

Weibliche Hormone wie Östrogen und Progesteron, die natürlich im Körper produziert werden, können das Wachstum von Brustkrebs beschleunigen, sofern die Zellen innerhalb des Tumors über die entsprechenden Hormonrezeptoren verfügen. Das wird hormonabhängiger Brustkrebs genannt. Je nach Hormon, auf das sie ansprechen, werden diese Tumoren aus als Östrogenrezeptor-positiver Brustkrebs (ER+) oder, seltener, als Progesteronrezeptor-positiver Brustkrebs (PR+) bezeichnet. Für gewöhnlich werden sie mithilfe einer Hormontherapie behandelt, die entweder die Hormonwirkung im Körper unterdrückt oder deren Freisetzung durch die Eierstöcke unterbindet.

Der medizinische Fachbegriff triple-negativer Brustkrebs bezeichnet das Fehlen dieser drei Rezeptoren.

BRCA1- oder BRCA2-Genmutation

BRCA1 (BReast Cancer1) und BRCA2 (BReast Cancer2) sind Genmutationen, die das Risiko erhöhen, dass Frauen, die diese Gene vererbt bekommen, an Brust- und Eierstockkrebs erkranken. Die Brustkrebsbehandlung von Frauen mit BRCA-Mutation gleicht im Wesentlichen der Therapie für sporadisch auftretenden Brustkrebs, mit der Ausnahme, dass sie zudem das höhere Risiko einer Krebserkrankung in der gesunden Brust und/oder den Eierstöcken in Betracht zieht.


18. November 2019

Foto: Adobe Stock