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Die „sensible“ Brust

Brüste haben nicht nur schöne Seiten. Tatsächlich gibt es viele Gründe, warum sich unsere Brust unwohl fühlen kann.

Die sensible Brust

Viele Frauen kennen es: Brüste haben nicht nur schöne Seiten. Sie können unangenehm ziehen, manchmal auch schmerzen oder sich sogar entzünden. Es gibt viele Gründe, warum sich unsere Brust unwohl fühlen kann (und wir gleich mit).

1. Schmerzen der Brust

Wenn der Zyklus schuld ist:

Der Fachbegriff für zyklusabhängige Beschwerden ist „Mastodynie“. Die Symptome: Die Brüste „spannen“, sind berührungsempfindlich, tun mitunter sogar weh. Schuld sind wie so oft die Hormone – oder besser gesagt ihr „Mischungsverhältnis“. Fachleute vermuten einen Überschuss an Östrogen bei gleichzeitigem Progesteronmangel, wodurch es zu Wassereinlagerungen im Brustgewebe kommt.

Das Hormon Prolaktin beeinflusst die Beschaffenheit des Brustgewebes ebenfalls Ausgeschüttet wird es in der Regel in der zweiten Zyklushälfte von unserer Hirnanhangsdrüse. Diese ist etwa so groß wie eine Kirsche und sitzt im mittleren Teil unseres Gehirns (Schläfenlappen) auf Höhe der Nasenwurzel. Das Prolaktin (Lat. lactis, Milch) regt die Brustdrüse zum Wachsen an, bei Müttern fördert es außerdem die Milchproduktion.


Auch die männliche Brust kann wehtun

Es ist selten, aber auch Männer können unter Brustschmerzen leiden. Etwa, wenn ihre Brustdrüse durch eine genetische Veranlagung vergrößert ist (Gynäkomastie).

Wenn der Zyklus unschuldig ist:

Für zyklusunabhängige Brustschmerzen (Mastalgie) gibt es unterschiedliche Ursachen, etwa:

Verhütung
Die Einnahme östrogenhaltiger Pillen macht das Brustgewebe oft fester. Die Folge: Brustschmerzen oder -spannen. Auch Hormonimplantate (Verhütungsstäbchen unter der Haut) können Brustbeschwerden hervorrufen.

Schwangerschaft
Der Anfang ist gemacht: Die Eizellen haben es sich in der Gebärmutterwand bequem gemacht. Die Folge: Der Körper schüttet vermehrt Östrogen und Progesteron aus. Die Brüste werden nicht nur größer, auch die Milchdrüsen werden stärker durchblutet, wachsen, schwellen an und machen sich bereit für die Milchproduktion. Beides kann dazu führen, dass die Brüste spannen und/oder schmerzen.

Wichtig: Kommt es beim Stillen zum Milchstau, kann sich die Brust entzünden.

Wechseljahre
Während des sogenannten Klimakteriums sinken der Gestagen- und einige Jahre später auch der Östrogenspiegel im weiblichen Körper. Die gute Nachricht: Zyklusbedingte Brustbeschwerden gehen in der Regel zurück. Die schlechte Nachricht: Mit dem Alter nimmt die Elastizität des Bindegewebes ab und das Brustgewebe wird „lockerer“.

Gegen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und trockene Schleimhäute nehmen viele Frauen Ersatzhormone ein. Durch sie wird das Brustgewebe meist wieder fester – Brustschmerzen können jedoch erneut auftreten.

Entzündungen
Brustentzündungen treten vor allem während des Stillens auf (Mastitis puerperalis). Durch das Stillen entstehen um die Brustwarze herum kleine Hautrisse, sogenannte Rhagaden, – für Bakterien die perfekte Einfallspforte. Die Mini-Einzeller zwängen sich durch die Risse, dringen in die Lymphbahnen der Brustdrüse ein (manchmal auch in die Milchgänge) und können so eine Infektion verursachen.

Auch ein Milchstau kann Brustentzündungen hervorrufen. Etwa, wenn die Brustdrüse mehr Milch produziert als das Neugeborene braucht. Hierdurch kann es zum Stau kommen, die Milchgänge weiten sich und die Milch dringt in das umliegende Gewebe ein. Dort wird sie dann von unserem Immunsystem wie ein Eindringling bekämpft und das Gewebe entzündet sich.

Neben Bakterien kann auch ein inflammatorisches Mammakarzinom (ein sehr seltener Tumor) hinter der Infektion stecken. Bei Frauen, die nicht stillen, sind Entzündungen der Brüste (Mastitis non puerperalis) eher selten.

Lymphödem
Lymphödeme sind schmerzhafte Wassereinlagerungen. Oft bilden sie sich, wenn bei einer Brustoperation (beispielsweise wegen eines Mammakarzinoms) Lymphgefäße oder -knoten verletzt oder ganz entnommen wurden. Die Folge: Die Lymphe fließt nicht mehr ab, staut sich in Gewebe und Gewebezwischenräumen und es kommt zur Schwellung.

Zysten
Zysten (griech. kystis, „Blase“) sind mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, die sich deutlich vom Gewebe abgrenzen. Die meisten von ihnen sind gutartig und fallen beim Abtasten der Brust nicht auf. Große Zysten können auf das umliegende Gewebe drücken, es mitunter sogar verdrängen und entsprechend wehtun.

Hinweis: Bemerken Sie in Ihrer Brust einen Knoten, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen und die Ursache abklären.

Sonstige Hormone
Stoffwechselstörungen, etwa durch eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, oder die Einnahme bestimmter Antidepressiva oder Herzmedikamente können den Hormonhaushalt stören und die Brust empfindlich machen.

2. Hautirritationen

Wenn die Haut schuppt

Gemeint ist die Schuppenflechte (Psoriasis). Bei der Autoimmunerkrankung erneuert sich die Haut rund zehnmal schneller als normal. Die vielen unfertigen Hautzellen, die der Körper dabei produziert, haben keine Zeit abzuheilen, entzünden sich und fangen an zu schuppen. Schuppenflechte können am ganzen Körper auftreten – auch auf und unterhalb der Brust.


Wenn die Haut Bläschen wirft

Herpes zoster, umgangssprachlich auch Gürtelrose genannt, ist eine Virusinfektion. Durch sie kommt es zu einem streifenförmigen Hautausschlag. Die Erkrankung, bei der sich viele kleine, teils sehr schmerzhafte Bläschen bilden, tritt häufig im Brustbereich auf.


Wenn die Haut keinen Kontakt mag

Synthetische Fasern, Latex oder Duftstoffe in Cremes lösen bei manchen Menschen Kontaktallergien aus. Anders als bei einer Pollenallergie kommt es in der Regel zeitlich verzögert – meist nach etwa 24 bis 72 Stunden – zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind örtlich begrenzte, gerötete oder nässende Ausschläge auf der Haut.


19. Dezember 2017

Illustration: re_bekka / Shutterstock

Iris Hilgemeier

Von Iris Hilgemeier
E-Mail-Adresse: iris.hilgemeier@amoena.com