Das sollten Sie über Lymphödem wissen
Die Diagnose Lymphödem kann Verunsicherung, Frustration und viele offene Fragen mit sich bringen. Von den Ursachen bis hin zu wirksamen Möglichkeiten der Symptomkontrolle – es ist ganz normal, sich unsicher zu fühlen, was die Zukunft betrifft.
Bei Amoena verfügen wir über mehr als 50 Jahre Erfahrung in der Brustversorgung. Wir haben Innovationen wie Silikon-Brustprothesen sowie Lingerie und Bademode, nach Mastektomie maßgeblich mitentwickelt und arbeiten eng mit medizinischem Fachpersonal sowie Frauen weltweit zusammen, um Produkte zu gestalten, die Komfort, Wirksamkeit und Selbstvertrauen vereinen.
Ganz gleich, ob Sie selbst mit Lymphödem leben oder eine nahestehende Person begleiten – dieser Leitfaden soll Orientierung, Zuversicht und praktische Tipps bieten, um sowohl die körperlichen als auch die emotionalen Aspekte dieser Erkrankung zu bewältigen.
"Als ich die Diagnose Lymphödem erhielt, fühlte ich mich überwältigt und wusste nicht, wie mein Leben aussehen würde. Zu erfahren, dass es behandelbar ist – und dass ich nicht allein bin – hat alles verändert." — amoena Botschafterin
Dieser Leitfaden ist in zwei Teile gegliedert: Der erste richtet sich an Menschen, die mit Lymphödem leben, der zweite an Angehörige und Unterstützende.
Teil Eins: Wenn Sie mit Lymphödem leben
Was ist ein Lymphödem?
Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, die Schwellungen verursacht – meist im Arm, in der Hand oder im Brustbereich – nachdem Lymphknoten entfernt oder geschädigt wurden, häufig im Rahmen einer Brustkrebsoperation oder Strahlentherapie. Es entsteht, wenn die Lymphflüssigkeit (die normalerweise Abfallstoffe abtransportiert und vor Infektionen schützt) nicht richtig abfließen kann und sich im Gewebe ansammelt.
Bei frühzeitiger Erkennung, regelmäßiger Pflege und der richtigen Unterstützung lässt sich ein Lymphödem gut kontrollieren. Viele Betroffene schaffen es im Laufe der Zeit, ihre Symptome im Alltag gut zu managen.
Häufige Symptome eines Lymphödems
- Schwellung einer Gliedmaße oder eines anderen Körperbereichs (z. B. Arm, Hand, Bein, Fuß), sodass Kleidung, Schuhe oder Schmuck enger sitzen
- Gefühl von Schwere, Spannungsgefühl oder Druck im betroffenen Bereich
- Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder allgemeines Unwohlsein
- Hautveränderungen: Die Haut kann sich straff anfühlen, verfärbt wirken, dicker oder weniger elastisch sein; eventuell bildet sich eine Delle bei Druck (sogenanntes „Pitting“)
- Eingeschränkte Beweglichkeit oder Steifheit im angrenzenden Gelenk
- Wiederkehrende Hautinfektionen oder verhärtete, verdickte Haut mit Faltenbildung
Stadien des Lymphödems
In frühen bis mittleren Stadien entwickeln sich die Symptome oft schleichend und können zeitweise wieder zurückgehen. Die Schwellung verstärkt sich möglicherweise im Laufe des Tages und nimmt über Nacht ab. Ein Gefühl von Schwere oder Spannungsgefühl sowie leichte Dellenbildung bei Druck sind typische Anzeichen. Kleidung oder Schmuck können enger sitzen, und die Beweglichkeit kann leicht eingeschränkt sein.
Ohne konsequente Behandlung kann das Lymphödem fortschreiten. Die Schwellung kann dauerhaft werden, und die Haut kann verhärten oder ihre Struktur verändern. In fortgeschrittenen Stadien kann sie trocken, verdickt oder verfärbt erscheinen; gelegentlich entstehen kleine Hautwucherungen oder Flüssigkeit tritt aus. Diese Veränderungen erschweren Bewegungen und erhöhen das Infektionsrisiko – daher ist eine frühzeitige Erkennung besonders wichtig.
"Anfangs kam und ging die Schwellung, deshalb habe ich mir nicht viel dabei gedacht. Rückblickend waren das die ersten Signale meines Körpers, dass er Unterstützung braucht." — amoena Botschafterin
Besonders häufig betroffene Körperbereiche
Ein Lymphödem kann grundsätzlich an fast jeder Stelle des Körpers auftreten, am häufigsten jedoch an Armen und Beinen, wo die Schwellung am sichtbarsten ist. Dies steht häufig im Zusammenhang mit der Entfernung von Lymphknoten oder einer Strahlentherapie nach Brustkrebs.
In manchen Fällen kann es auch im Kopf-, Hals-, Brust-, Bauch- oder Genitalbereich auftreten, wenn der Lymphabfluss gestört ist. Unabhängig vom Ort beruhen Symptome wie Schwellung, Schwere oder Spannungsgefühl auf derselben Ursache: einer Blockade oder Störung des natürlichen Lymphflusses.
Behandlung und Management von Lymphödem
Ein Lymphödem ist chronisch, kann jedoch wirksam behandelt und kontrolliert werden.
Amoena ist kein medizinischer Fachanbieter, arbeitet jedoch seit Jahrzehnten eng mit medizinischem Fachpersonal und betroffenen Frauen zusammen und kennt daher die Bedeutung einer fachgerechten Betreuung. Jede Situation ist individuell – daher ist es wichtig, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Lymphödem-Therapeutin bzw. Ihrem -Therapeuten einen passenden Behandlungsplan zu erstellen.
Die empfohlene medizinische Therapieform heißt Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) (engl. Decongestive Lymphatic Therapy, DLT). Sie ist keine Heilung, hilft jedoch, Schwellungen zu reduzieren, Symptome zu lindern und ein Fortschreiten zu verhindern.
Die KPE umfasst:
- Kompressionstherapie: Kompressionsärmel, Bandagen oder spezielle Kleidungsstücke unterstützen den betroffenen Bereich und fördern den Abtransport der Flüssigkeit.
- Hautpflege: Eine gesunde, gut gepflegte Haut beugt Infektionen wie Erysipel (Wundrose) vor, die Schwellungen verschlimmern können.
- Bewegung und Aktivität: Regelmäßige, leichte Bewegung fördert den Lymphfluss. Dehnübungen, Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren können hilfreich sein – stets in Abstimmung mit Ihrem medizinischen Fachpersonal.
- Manuelle Lymphdrainage (MLD): Eine spezielle Massagetechnik, die von geschulten Therapeut:innen durchgeführt wird, um den Lymphfluss anzuregen. Oft werden auch Selbstmassage-Techniken vermittelt.
In manchen Fällen können operative Verfahren wie Liposuktion oder Eingriffe zur Umleitung des Lymphflusses in spezialisierten Zentren in Betracht gezogen werden. Diese Optionen sind in der Regel fortgeschrittenen oder therapieresistenten Fällen vorbehalten.
Read more about lymphoedema treatmentLeben mit Lymphödem
Die Diagnose kann zunächst überwältigend sein, insbesondere wenn sichtbare Veränderungen das Körperbild beeinflussen.
Praktische Tipps:
- Entwickeln Sie eine einfache, tägliche Selbstpflegeroutine.
- Tragen Sie atmungsaktive Kleidung und vermeiden Sie engen Schmuck oder einschnürende Ärmel.
- Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen (lokal oder online) aus.
Achten Sie auch auf Ihr emotionales Wohlbefinden – Gespräche, Tagebuchschreiben oder Beratung können helfen.
Mehr darüber lesen, wie man mit einem Lymphödem umgeht
"Eine einfache tägliche Routine hat für mich alles verändert. Kleine, konsequente Schritte machten das Lymphödem handhabbar statt überwältigend." — amoena Botschafterin
Unterstützende Produkte von Amoena
Amoena Produkte sind speziell für Frauen entwickelt, die sich von einer Brustoperation erholen und ein Lymphödem managen. Die CuraLymph Kollektion umfasst spezielle Kompressionsprodukte, Komfortwäsche und Accessoires, die den Lymphfluss unterstützen, Schwellungen lindern und im Alltag Komfort sowie Selbstvertrauen fördern.
Mehr über Lymphödem-BHs lesenTeil Zwei: Unterstützung für Betroffene
Wenn eine nahestehende Person mit einer chronischen Erkrankung diagnostiziert wird, ist es oft schwer zu wissen, wie man helfen kann. Geduld, Verständnis und Ermutigung können jedoch einen großen Unterschied machen.
So können Sie unterstützen:
- Geduldig sein: Die Behandlung erfordert Zeit und tägliche Pflege.
- Praktisch helfen: Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben anbieten.
- Bestärken: Körperliche Veränderungen können das Selbstbewusstsein beeinflussen.
- Informiert sein: Informieren Sie sich über Lymphödem nach Brustkrebs, um besser zu verstehen, was die betroffene Person erlebt.
„Der Austausch mit anderen, die Lymphödem verstehen, hat mir geholfen, mich weniger allein zu fühlen.“ — Amoena Botschafterin
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Was verursacht ein Lymphödem nach Brustkrebs?
Meist durch die Entfernung oder Schädigung von Lymphknoten im Rahmen von Operation oder Strahlentherapie.
Ist Lymphödem heilbar?
Nein, aber es kann durch Kompression, Bewegung, Hautpflege und regelmäßige Kontrolle gut behandelt werden.
Was sind frühe Anzeichen?
Schweregefühl, Spannungsgefühl oder Schwellung im Arm oder Brustbereich, besonders nach Belastung oder Hitze.
Darf ich mit Lymphödem Sport treiben?
Ja, Bewegung fördert den Lymphfluss. Vermeiden Sie jedoch starke Belastungen und folgen Sie ärztlichem Rat.
Warum ist Bewegung hilfreich?
Muskelkontraktionen unterstützen den Abtransport der Lymphflüssigkeit und fördern die Beweglichkeit.
Sollte ich beim Sport Kompression tragen?
In den meisten Fällen ja – sprechen Sie bei Unsicherheiten mit Ihrer Fachperson.
Wie kann ich die betroffene Gliedmaße lagern?
Lagern Sie sie leicht erhöht über Herzhöhe, um den Abfluss zu fördern. Kleine Haltungsanpassungen im Alltag können viel bewirken.