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Zurück„Wir kontrollieren permanent die Qualität“

Dirk Müller ist bei Amoena für die Entwicklung von Textilien zuständig. Ein Interview über Nachhaltigkeit.

Wir kontrollieren permanent die Qualität

Viele Firmen lassen ihre Ware im Ausland produzieren. Dirk Müller ist bei Amoena für die Entwicklung und Verarbeitung von Textilien verantwortlich. Im Interview erklärt er, wie Amoena dafür sorgt, dass die Arbeitsbedingungen in ausländischen Tochterfirmen den deutschen Standards entsprechen und wie sich das Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit engagiert.

Redaktion: Stellen Sie bei Amoena die Dessous und Badeanzüge selbst her?

Dirk Müller: Wir haben sowohl eigene Produktionsstätten als auch langjährige partnerschaftliche Beziehungen mit unseren Lieferanten, sowohl in Zentralamerika als auch in Asien.

Bezieht Amoena die Stoffe aus dem Ausland, weil sie dort billiger sind?

Das war zumindest der historische Auslöser. Um Kosten zu sparen, begannen in den 1980er Jahren nahezu alle größeren Textil- und Bekleidungsunternehmen, ihre Ware im Ausland herzustellen. Die Folge: Die einheimischen Spinnereien und Nähereien haben weitere Niederlassungen in Asien aufgebaut. Märkte wie China sind uns in Sachen Textilproduktion mittlerweile tatsächlich qualitativ überlegen. Auch die Lieferanten für die Rohmaterialien, also die Fasern, sitzen inzwischen größtenteils in Fernost.

 

Die Arbeitnehmerrechte werden eingehalten


Wie stellen Sie sicher, dass in den ausländischen Partnerfirmen verantwortungsvoll produziert wird und auch die Mitarbeiter gut behandelt werden?

Alle Firmen, mit denen wir beispielsweise in Costa Rica und Asien zusammenarbeiten, sind sowohl durch die Business Social Compliance Initiative (BSCI) als auch die Worldwide Responsible Accredited Production (WRAP) zertifiziert. BSCI und WRAP sind in der Textilindustrie so etwas wie der Gold-Standard.

Was bedeutet „Gold-Standard“ in diesem Zusammenhang?

Die Zertifizierungen sind eine Art Verhaltenskodex, der garantiert, dass die Arbeitsbedingungen dem europäischen Standard entsprechen und dass die Arbeitnehmerrechte eingehalten werden. Kurz gesagt: Die Produktionsbedingungen sind sicher, der Brandschutz stimmt, Kinderarbeit ist verboten, es wird nicht mehr als 40 Stunden die Woche gearbeitet, die Angestellten sind sozialversichert, es gibt ein Recht auf Gewerkschaftsbildung und der Mindestlohn wird eingehalten.

Was bedeutet „Standard 100 by Oeko-Tex“?

Mit dem Standard 100 by Oeko-Tex wird die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Textilien zertifiziert, etwa von Kleidung, Bettwäsche oder Handtüchern, aber auch von textilen Roh- und Zwischenprodukten sowie von Zubehör wie Garn, Gewebe, Knöpfen oder Etiketten. Hält ein Produkt das Zertifikat, bedeutet das, dass es auf Schadstoffe geprüft und bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden. Vergeben wird die Zertifizierung von der Internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textil- und Lederökologie (Oeko-Tex).

Färben mit so wenig Wasser wie möglich


Woher wissen Sie, dass die beauftragten Firmen die Arbeit nicht an Subunternehmen auslagern?

Wir sind regelmäßig vor Ort und prüfen für jede einzelne Produktion permanent die Qualität. Würde die Arbeit ausgelagert werden, würden wir das merken. Darüber hinaus führen wir regelmäßige unangekündigte Inspektionen durch. Was uns bei Amoena aber besonders wichtig ist: Wir setzen alles daran, unsere Ware so nachhaltig wie möglich zu produzieren.

Haben Sie ein Beispiel?

Die Materialien, die wir einsetzen, stammen größtenteils von Lieferanten, die eine eigene Wasseraufbereitungsanlage haben. Das heißt, beim Produzieren und Färben der Textilien wird weit weniger Wasser verwendet als in der Branche üblich. Um die Umweltstandards einzuhalten, ordern wir zudem nur Stoffe, die mit dem Oeko-Tex® Standard 100 zertifiziert sind. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass die Textilien keine gesundheitsschädlichen Substanzen enthalten.


21. Januar 2019

Foto: Tobias Gratz

Stella Hombach

Von Stella Hombach
E-Mail-Adresse: stella.hombach@amoena.com




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