Renate

Renate geht gerne in die Sauna. Auch nach der OP genießt sie ihre Wellness-Tage, denn ihr Motto ist „Ich lasse mir meine Lebensqualität nicht einschränken!“

„Zwei Wochen nach meiner Brustkrebs-OP (Anfang Januar 2010 wurde mir meine Brust amputiert) erlaubte mir mein behandelnder Arzt wieder Saunabesuche, die für mich einen großen Teil Lebensqualität bedeuten. Schon vor der OP war für mich klar, dass ich mich nicht unterkriegen lassen würde. So beschloss ich mit etwas zittrigen Beinen einen ersten Saunabesuch mit meinem neuen Körper zu wagen.

Meine Narbe gehört ab jetzt zu mir. Ich brauchte sie ja nicht zu präsentieren. So drehte ich mich beim Umkleiden etwas zur Seite und hängte mir ein Handtuch über die operierte Brust. Beim  Duschen drehte ich mich ebenfalls zur Wand (tue ich jetzt nicht mehr, wenn mein Anblick jemanden stört, soll er/sie wegsehen). Auch in der Saunakabine und auf der Sonnenliege trage ich das Handtuch über der Schulter. Währen der Chemotherapie sind mir die Haare ausgefallen. Weil die Perücke nicht in die Hitze darf, trug ich während dieser Zeit einen leichten, eng anliegenden Frottee-Turban in der Farbe meines Saunatuches auf dem Kopf und genoss jede Minute meiner Wellness-Tage. Der Gang in die Sauna mit meiner Behinderung ist mir inzwischen so selbst verständlich geworden, dass ich mein Handtuch über Brust schon wie ein Accessoire betrachte.

Meine Erfahrung: Keine Frau muss sich wegen einer medizinisch notwendigen "Verunstaltung" aufgrund der Angst vor den Blicken anderer Leute ihre Lebensqualität einschränken zu lassen!“