Schon die alten Ägypter hatten ein ganz besonderes Verhältnis zu Farben. Spezielle Tempel für die innere Heilung der Menschen enthielten Räume, die tiefblau, violett oder rosa gestrichen waren. Die Strahlung dieser Töne übte auf die Patienten offenbar allein über das Anschauen und Aufnehmen eine positive Wirkung aus. Seitdem hat sich dieses Wissen immer wieder bewährt. Schwingungen und Energien der unterschiedlichen Farben gelten auch bei vielen modernen Ärzten als ideales psychosomatisches Therapiemittel. Vielfältig sehen sie die Anwendungsmöglichkeiten: Bestrahlungslampen mit Farbfilter sollen die Wirkung auf einen bestimmten Teil des Körpers konzentrieren. Farbmeditation und farbig bestrahltes Quellwasser hingegen beeinflussen Körper und Geist angeblich gleichermaßen. Auch im Alltag lassen Farben die Seele aufblühen. Ganze Fabrikhallen und Büros werden nach farbpsychologischen Erkenntnissen gestrichen und ausgestattet. Und die Farbe unserer Kleidung gibt nicht selten ein Spiegelbild der momentanen Seelenlage ab. Wie funktioniert das nun genau mit der Steuerung unseres Wohlbefindens? Jeder Farbton steht für bestimmte Empfindungen, die er auslöst. Je nach Tönung und Menge der Farbe fallen unsere Reaktionen höchst unterschiedlich aus: Rot z.B. Kann, in kleinen Dosen genossen, die Sexualität stimulieren; zuviel Rot jedoch macht aggressiv. Grün gilt als Farbe der Natur, gleichzeitig aber auch als Farbe des Gifts. Sonniges Gelb regt die Kreativität an, aber sagt man nicht auch, jemand werde „gelb vor Eiffersucht”? Wie immer bei der menschlichen Wahrnehmung spielt auch die momentane Befindlichkeit eine Rolle. Sie entscheidet letztendlich, ob wir einen Farbton anziehend oder abstoßend empfinden. Manchen Menschen gefällt genau die Farbe, die ihre Gefühle widerspiegelt. Andere wiederum fühlen sich eher zu dem Ton hingezogen, der ein emotionales Defizit ausgleicht. Dass wir mit Farben bestimmte Eigenschaften und Situationen assoziieren, bewiesen unzählige Umfragen und Tests. Dieser Wirkung liegen Erfahrungen zugrunde, die wir so oft gemacht haben, dass sie in unserem Unterbewusstsein fest verankert sind.